Apr 082015
 

Pressemitteilung der Stadt Köln vom 25.02.2015

Lagerhallen in Kalk müssen abgerissen werden – Gutachter sehen akute Einsturzgefahr
Halle Kalk
„Die wegen fortgeschrittener Korrosion einsturzgefährdeten Hallen 76 und 77 in Kalk, die bis zum letzten Jahr teilweise als Lagerbereich für das Museum Ludwig genutzt worden waren, sollen abgerissen werden. Das von der Stadt Köln bei einem Ingenieurbüro für Statik in Auftrag gegebene Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Standsicherheit der 84 Meter langen Fassade der Hallen am Ottmar-Pohl-Platz nicht mehr gewährleistet ist. Daher hat die Beigeordnete für Kunst und Kultur, Susanne Laugwitz-Aulbach, in Abstimmung mit der städtischen Gebäudewirtschaft und dem Bauaufsichtsamt entschieden, den Abriss der Hallen kurzfristig in Auftrag zu geben.“
Vollständige Pressemitteilung vom 25.02.2015 PressmitteilungStadtKölnVII_232 Halle Kalk
sowie
die Mitteilung im Ausschuss Kunst und Kultur vom 10.03.2015
Mitteilung Kulturausschuss Abriss Hallen Kalk 76_77 V-Nr_0677_2015 vom 10.03.2015

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz – Stellungnahme zur Pressemitteilung der Stadt Köln vom 25. 2. 2015
„Zu den großen Kölner Unternehmen gehörte die Maschinenbau AG Humboldt, gegründet 1856 als „Maschinenfabrik für den Bergbau von Sievers & Co“, 1930 durch die Fusion mit der Motorenfabrik Deutz AG und besonders 1936 mit der Zugehörigkeit zum Klöckner Konzern als Klöckner-Humboldt-Deutz AG zu internationaler Bedeutung aufsteigend. Wie in so vielen Fällen ist auch von diesem Traditionsunternehmen aus der Frühzeit oder selbst aus der Blütezeit um 1870 nichts erhalten. Die älteste erhaltende Gebäudegruppe ist eine geradlinig erbaute, 180 Meter lange Hallenflucht mit den Bauphasen 1895 und 1905. Diese Hallen waren in einem Werk, das auch für seine Lokomotiven und Traktoren berühmt war, Orte des Maschinenbaus. Hier wurden jene Produkte gefertigt, die den weltweiten Ruf des Unternehmens begründeten. Nachdem Klöckner-Humboldt-Deutz in den 1980er Jahren in heftige Turbulenzen geriet, erwarb die Stadt Köln als indirekte Fördermaßnahme Werksgrundstücke und –gebäude. Teilweise bemerkenswerte Umnutzungen folgten anschließend in den nun stadteigenen Gebäuden mit dem „Technikhof“ für Büros und Kleingewerbe im ehemaligen Schlepperbau, den „Abenteuerhallen“ für Sport, Spiel und Veranstaltungen in der ehemaligen Fertigungshalle für Aufbereitungsanlagen und mit der Spielstätte des Kölner Schauspiels im Nordteil der Maschinenbau-Hallen. Der südliche Teil dieser drei hintereinandergeschalteten Hallen ging als Ausstellungsbereich und Depot an das Museum Ludwig. Die Mittelhalle blieb weitgehend ungenutzt, diente dem Kölner Schauspiel als zusätzliche Abstellfläche und steht nun zusammen mit der Südhalle vor dem Abbruch.“

die Vollständige Stellungnahme vom 15.03.2015: Stellungnahme_Industriekultur_Werkbund_Denkmalpflege

Bilder Urheberrecht: Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz
Innenansicht Halle 76 und 77.
Halle 76 Innenansicht Halle 77 Innenansicht

Weitere Informationen zu den Hallen 75-77 finden Sie auch auf der Internetseite der Rheinischen Industriekultur.