Aug 302010
 

Die Geschichtswerkstatt Kalk möchte in einer öffentlichen Veranstaltung an das Fabriksterben erinnern.
Sie findet statt am Donnerstag, dem 16. September 2010, um 19 Uhr im Saal des Bürgeramtes Kalk, Kalker Hauptstraße 247-273 (Gegenüber der Kalker Kapelle).

Kalk war bis in die 1990er Jahre ein weltbekannter Industrieort. Fabriken bestimmten den Charakter von Kalk mit der positiven Seite der vielen Arbeitsplätze und damit verbunden der Steuerleistung für die Stadt, aber auch den negativen Seiten der Lärm- und Geruchsbelästigung.
In den 1970er Jahren arbeiteten in den rund 20 Kalker Fabriken noch ca. 9.000 Arbeiter. Am Ende des Jahrzehnts fing das Fabriksterben an. Immer mehr Betriebe schlossen die Werkstore. 8.500 Menschen verloren ihre Arbeit. Die Ursachen waren vielfältig.
1978 wurde die Eisengießerei Stühlen dicht gemacht, 1979 folgte der Stahlbau Albert Liesegang, 1983 das Akkumulatorenwerk Gottfried Hagen, Ende 1993 stellte die Chemische Fabrik Kalk den Betrieb ein, 1996 wurde das Traktorenwerk von KHD geschlossen. Als eine der letzten Kalker Fabriken wurde im Jahre 2006 die chemische Fabrik Reimbold und Strick geschlossen. Bald darauf wurden ihre Fabrikhallen abgerissen. Auf dem Gelände entsteht gerade der Musik-Store.
Drei Zeitzeugen erinnern an den Niedergang ihrer Fabrik und berichten über die Ursachen.
Franz-Egon Wirtz war der letzte Geschäftsführer der chemischen Fabrik Reimbold und Strick. Er schildert die letzten Jahre dieses Unternehmens.
Aus der Sicht eines Beschäftigten berichtet uns Detlef Ungewitter, der letzte Betriebsratsvorsitzende des Stahlbauunternehmens Albert Liesegang, seine Eindrücke über die Dramatik der letzten Tage des Unternehmens und die Ursachen für den Niedergang.
Das Ende der Chemischen Fabrik Kalk schildert uns Klaus Rogowski, der fast bis zum letzten Tag in diesem Unternehmen gearbeitet hat.
Alle drei Zeitzeugen geben Einblicke in die industrielle Arbeit im Kalk vor 40 Jahren, aber zeigen auch ein schmerzhaftes Kapitel der Geschichte dieses Vorortes, denn jede Fabrikschließung ist mit Arbeitslosigkeit und damit tiefen Einschnitten in das Leben der Menschen verbunden. Die Menschen von Kalk und dieser Stadtteil leiden noch heute darunter.

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