Okt 122009
 

Die Geschichtswerkstatt Köln-Kalk erinnert an seinem 104. Geburtstag an den Kalker Karnevalisten Karl Küpper. Seine Eltern stammten aus Kalk, er erlebte seine Kindheit und Volksschulbesuch in Kalk und verbrachte dort die meiste Zeit seines Lebens bis zu seinem Tod.
Karl Küpper trat auf vielen Sitzungen und Veranstaltungen ab 1927 als Karnevalsredner auf. In den 1930er Jahren war er der bekannteste Büttenredner von Köln. Er erhielt viele Auszeichnungen, darunter auch den Willi-Ostermann-Preis. Er war weit über Köln hinaus bekannt.

Autor: Fritz Bilz - Hrsg.: Geschichtswerkstatt Köln-Kalk 2010

Verlag : Edition Kalk der Buchhandlung Winfried Ohlert

Karl Küpper wurde bekannt, weil er sich als einer der ganz Wenigen in seinen Büttenreden über die Nazis lustig machte. Sein erhobener rechter Arm – den Hitlergruß nachahmend – war verbunden mit der Frage „Ess et am Rähne?“ oder der Feststellung „Su huh litt bei uns dä Dreck em Keller“.

Wegen seiner Popularität ließen ihn die Nazis lange in Ruhe. Aber im Jahre 1939 war er nach ihrer Sicht zu weit gegangen. Er erhielt lebenslanges Auftrittsverbot nach einem Sondergerichtsverfahren wegen „Verächtlichmachung des Deutschen Grußes“. Von nun an musste er sich täglich in der Kölner Gestapozentrale im EL-DE-Haus in der Elisenstraße melden. Doch Karl Küpper trat weiter auf privaten Karnevalsveranstaltungen auf. Die öffentlichen Karnevalssitzungen und –bälle wurden bei Kriegsbeginn abgesagt.

Nach einer privaten Karnevalsveranstaltung 1941 erhielt er die Warnung, dass seine Verhaftung unmittelbar bevorstehe. Er könne dieser nur entgehen, wenn er sich unverzüglich freiwillig zur Wehrmacht melde. Dies geschah. So konnte er sich retten.

Nach dem Kriege knüpfte Karl Küpper wieder an den Vorkriegserfolgen an. Er gründete schon 1945 seine Kleinkunstbühne zusammen mit den Vier Botze, Trude Herr, Karl Berbuer und anderen und zog er über die Dörfer rund um Köln. Der Eintritt wurde in Naturalien bezahlt.

Nach der Währungsreform ging seine Karnevalstätigkeit weiter. 1960 eröffnete er eine Gaststätte in Kalk. Er trat nun nicht mehr auf. Er starb 1970 in Kalk.

In sechs Zeitabschnitten will die Kalker Geschichtswerkstatt den Lebensweg von Karl Küpper nachzeichnen, dabei werden Reden von Karl Küpper vorgetragen. Es werden Originaltöne von ihm zu hören sein.

Mehrere Zeitzeugen werden über den etwas in Vergessenheit geratenen Künstler berichten, darunter Ludwig Sebus, Jean Jülich und der Sohn Gerhard Küpper.

Gefördert wird die Veranstaltung aus Kulturmitteln des Bürgeramtes Kalk.

Sie findet statt am Montag, dem 2. November 2009, 20 Uhr im Kinosaal des Bürgeramtes Köln-Kalk, Kalker Hauptstraße 247-273 (Gegenüber der Kalker Kapelle).

Dr. Fritz Bilz, Geschichtswerkstatt Köln-Kalk